Auswertung des IAB Betriebspanels für Schleswig-Holstein

Gutachten im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein bzw. in der Folge des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (Auswertung der Befragungen 2002 und 2003) 

Die Auswertungen der Befragungen 2002 und 2003 fanden in den Monaten März bis September der Jahre 2003 und 2004 statt, die Befunde wurden zum Jahresende 2003 bzw. 2004 im Rahmen von Beiträgen aus dem Institut für Regionalforschung dokumentiert, der Bericht zur Befragung 2002 wurde außerdem als Drucksache dem Schleswig-Holsteinischen Landtag vorgelegt.

Projektleitung: Prof. Dr. Johannes Bröcker

Bearbeitung:
Dipl.-Volksw. Emanuel Gedeon, Dr. Hayo Herrmann sowie weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut für Regionalforschung

Das IAB Betriebspanel (IAB = Institut für Arbeitsmarkt- Berufsforschung an der Bundesagentur für Arbeit) ist ein betriebsgestütztes Beobachtungssystem zur laufenden Analyse betrieblicher Bestimmungsgründe der Beschäftigung. Mit den jährlichen Arbeitgeberbefragungen in nahezu allen west- und ostdeutschen Bundesländern ist ein Instrumentarium geschaffen worden, mit dem für die einzelnen Bundesländer aktuelle empirische Befunde mit repräsentativem Aussagewert gewonnen werden konnten und die in einigen Bundesländern auch bereits Zeitreihen- und Panelanalysen erlauben. Die Daten liefern Erkenntnisse über betriebliche Bestimmungsgründe der Beschäftigung, über betriebliche Strukturen und Strategien, die Art und Umfang der Beschäftigung bestimmen, und bei hinlänglich langer Zeitreihe auch mittel- und längerfristige Tendenzen der Arbeitswelt.

Weitere Vorteile des IAB Betriebspanels ergeben sich aus der Kontinuität und Stabilität, wodurch Trendanalysen erst möglich werden, aus der Vergleichbarkeit der Befunde mit denen anderer Bundesländer bzw. mit den west- und ostdeutschen Befunden und aus den Möglichkeiten der Verknüpfung mit anderen Daten aus der Statistik der BA.

Bis 2001 war Schleswig-Holstein als eines der letzten Bundesländer noch nicht an den jährlichen Erhebungen beteiligt. Mit einer Aufstockung der Stichprobe im Rahmen der Arbeitgeberbefragung von etwa 150 auf ca. 800 Betriebe konnten in Schleswig-Holstein ab 2002 Erhebungen realisiert werden, die eine landesspezifische Auswertung erlauben.

Die Datenerhebung wird von der TNS Infratest Sozialforschung GmbH im Rahmen der vom IAB organisierten Gesamtbefragung durchgeführt. Das Institut für Regionalforschung stimmt sich dabei mit dem IAB und mit TNS Infratest Sozialforschung ab. TNS Infratest nimmt die Befragung, die Hochrechnung der Befunde und eine Erstauswertung vor. Die Aufstockung der Befragung für Schleswig-Holstein wurde für die Jahre 2002 und 2003 vom Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein bzw. in der Folge des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr finanziert.

Die tabellarische Grundauswertung umfasst eine landesspezifische Auszählung sämtlicher Fragen des Fragebogens für vier Betriebsgrößenklassen bzw. sechs Wirtschaftsbereiche sowie für wachsende, schrumpfende und stagnierende Betriebe und für Betriebe mit einem hohen oder niedrigen Anteil hoch qualifizierter Beschäftigter. Die Befunde für das Land werden in der Regel mit denen für das Bundesgebiet West verglichen. Die Auswertungen konzentrieren sich dabei auf die folgenden Bereiche:

  1. Basisdaten zu den Betrieben und den Beschäftigten

  2. Beschäftigungsstruktur und Beschäftigungsentwicklung: Personalstruktur, Personalpolitik, ältere Arbeitnehmer, betriebliche Erstausbildung, Weiterbildung, Entlohnung, Arbeitszeitflexibilität, besondere Formen der Erwerbstätigkeit

  3. Wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Betriebe: Ertragslage, Absatzorientierung, Investition, technischer Stand, Forschung und Entwicklung, Produktivität, öffentliche Förderung

 

Publikationen:

Die Auswertung des Betriebspanels 2002 wurde als "Arbeitsmarktbericht Schleswig-Holstein" im Rahmen einer Landesdrucksache veröffentlicht (Jahresbeginn 2004). Danach wurde der Bericht außerdem als Beitrag des Instituts für Regionalforschung vorgelegt.

    Arbeitsmarktbericht Schleswig-Holstein 2002, Drucksache 15/3254 des Schleswig-Holsteinischen Landtags (24. Februar 2004), Kiel 2004.

Als Beitrag aus dem Institut für Regionalforschung:

    Christian Fischer, Emanuel Gedeon, Hayo Herrmann und Barbara Stoschek, Arbeitsmarktbericht für Schleswig-Holstein 2002. J. Bröcker (Hrsg.), Beiträge aus dem Institut für Regionalforschung der Universität Kiel, Nr. 37, Kiel 2004.

Die Auswertung des Betriebspanels 2003 ist im Beitrag Nr. 39 publiziert:

    Emanuel Gedeon, Hayo Herrmann, Roland Meyer, Nils Schneekloth, Ann-Christine Schulz, IAB-Betriebspanel Report 2003, Arbeitgeberbefragung Schleswig-Holstein, J. Bröcker (Hrsg.), Beiträge aus dem Institut für Regionalforschung der Universität Kiel, Nr. 39, Kiel 2004.